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Japan

 

Ich fotografiere eigentlich schon immer und ich reise leidenschaftlich gerne seit ich 16 Jahre alt bin. Meine Lieblingsbeschäftigung dabei ist das Schauen, das Anschauen von Neuem, von Fremdem, durchaus auch manchmal Vertrautem, ich nehme wahr auch Gerüche, Stimmungen, Geräusche... Manchmal entstehen dabei Fotos.

Wenn sie gut sind, tragen sie etwas in sich an Atmosphäre, Ruhe, Wahrem, Bedeutung.

Nach Japan bin ich fast zufällig gekommen. Ich war auch eher skeptisch, was mich erwarten würde, und manches bestätigte meine Vorbehalte.

Aber Vieles rührte mich förmlich an. Zum Beispiel der Respekt der Japaner vor dem Alter, zu alten Menschen, aber auch zu den Dingen und dem Material gegenüber. Ich erinnere mich an Barfußläufe auf alten, glatten, dunklen Holzfußböden, welche mir Wohlgefühle im ganzen Körper machten, an Berühren von Tatami-Matten, an das Zuschauen, wie Alte, Gebückte mit Andacht Kies rechen, an die Kompositionen von Gärten, riesigen und kleinen, manchmal gerade nur einen Meter breiten, an die Trittsteine vor Türen und durch Wässer, an die opake Transparenz der Papierfenster und -türen, die nur Licht, keine Blicke durchlassen, und einen so auf sich selber zurückwerfen, an die wunderschönen japanischen Zeichen, die überall zu sehen sind, unverständlich, aber dafür vielleicht um so mehr in ihrer Form berückend, an die Ordnung der Dinge, die Art der Japaner Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs anzuordnen, auch bedeutende Dinge.